Rechter Aktivismus und Corona-Leugnung unter linken Labeln: Die „Freedom-Parade“ um den Selbstdarsteller Michael Bründel „Captain Future“

Michael Bründel/ Captain Future mit Aktivist:innen der Freedom Parade
und dem Afd-Nachwuchs Carolin Matthie. Quelle: Facebook

Die „Freedom-Parade“ um Michael Bründel, der früher als Aktivist für „Extinction Rebellion“ unterwegs war und unter dem Label „Fetish for Future“ Fetisch-Parties in Berlin organisierte, bewirbt auf Telegram Anti-Antifa-Propaganda der AfD.

Quelle: Telegram/ FreedomParade. Admin hier ist Michael Bründel, der seit Monaten als Captain Future die Corona-Proteste mit eigenen Veranstaltungen anfeuert.

Der vermeintliche „Antifa-Aussteiger“, der hier empfohlen wird, ist ein Antisemit und war in Strukturen um den rechtsoffenen, antisemitischen Jugendwiderstand aktiv. Er trat neben Patrick C. (Taktikka) auf Jugendwiderstand-Mai-Demos auf und lief dann über Indentiäre Aktivisten zur AfD über.

Dieses hier von der „Freedom Parade“ empfohlene vermeintliche Aussteiger-Video ist von 2019 und entstand als Reaktion auf unseren Bericht, nachdem wir auf den „Antifa-Aussteiger“ Hassan El-Kassem aufmerksam wurden, weil dieser sich in den Vorstand der Jungen Alternative Berlin (JA Berlin) wählen ließ. In dem Video soll El-Kassem aus einer Insider-Rolle heraus dramatisch Antifa-Strukturen diskreditieren. Tatsächlich ist es aber inhaltslose Propaganda und El-Kassem kommt über Hufeisen-Bildchen nicht hinaus, reproduziert vielmehr bereits bekannte rechte Erzählungen von PEGIDA und Co. El-Kassem bemüht in dem Video auch antisemitische Motive, wenn er Linke zu „Globalisten“ und „Kulturvernichtern“ erklärt, wobei er sich selbst zum Opfer dieser macht. Seine eigene Rolle im Kreise von Antisemit:innen wird damit verklärt und Verantwortung heruntergespielt.
Dabei war El-Kassem 2016, als er noch in antiimperialistische Strukturen eingebunden war, am Rande der Revolutionären 1.-Mai-Demonstration maßgeblich an einem antisemitischen Angriff beteiligt, als ein Mob aus dem Internationalistischen Block heraus eine kleine Gruppe wegen eines Israel-Fähnchen attackierte.


Der vermeintliche „Aussteiger“ El-Kassem, der hier von der Berliner Jugendorganisation der AfD Junge Alternative und nun auch von Captain Future gegen Antifaschist:innen ins Feld geführt wird, war nie als Antifaschist zu bezeichnen. Er war und ist vielmehr ein Nationalist und Anhänger des Panarabismus.

Es ist nicht das erste Mal, dass der rücksichtslos vergnügungssüchtige Michael Bründel aka Captain Future von der FreedomParade, der mit seiner Gruppe mittlerweile dazu übergegangen ist, ohne MNS durch Kaufhäuser zu tanzen und Menschen zu gefährden, rechte Inhalte teilt oder rechte Personen hofiert. Bereits am 06.06.2020 stand er neben AfD-Politikern, Neonazis und Shoahleugnern auf der Bühne einer Corona-Leugner:innen Veranstaltung nahe der Siegessäule und sorgte da für die musikalische Untermalung.

Obwohl sich Bründel formal immer wieder gegen Verschwörungsideolog:innen, Antisemit:innen und Neonazis abgrenzt, sind rechte Inhalte und Teilnehmer:innen auf seinen Veranstaltungen immer präsent und werden durchaus willkommen geheißen. Sein Telegram-Kanal strotz nur so von extrem rechten, verschwörungsideologischen und antisemitischen Inhalten. Jeder Bezug auf linke Symbolik, mit der sich Bründel gerne schmückt, ist Makulatur. Michael Bründel und seine Freedom Parade sind vielmehr Teil einer gefährlichen Querfront, die sich linker Symbolik bedient, diese rechts verdreht und damit aushöhlt.

Die Afd-Waffen-Lobbyistin Carolin Matthie ist bei Captain Future-Veranstaltungen nicht nur willkommen, sie wird von Bründel auch medial hofiert. Quelle: Facebook/ Captain Future
25.10.2020 Berlin: Verschwörungsideologische "Querdenken"-Versammlung
Michael Bründel mit dem extrem rechten Antisemiten und Rassisten Andreas Wild, Beisitzer im AfD-Vorstand Steglitz-Zehlendorf.