Neonazis und die soziale Frage: Eine dreiste Instrumentalisierung von hilfebedürftigen Menschen

extrem rechtes Bündnis: die Neoanzis Jens Wilke, Alexander Kurth, die Bärgida-Rednerin Elke und Ralf Maasch, Stadtrat der Afd in Rathenow beim „Tag der Wohnungslosen“ vor dem Reichstag.
Nicht zu erkennen in grüner Jacke: Madeleine Feige

Immer wieder versuchen sich Neonazis über die soziale Frage einen bürgerlichen Anstrich zu geben und sich kaum uneingenützig neues Klintel zu erschließen. Dabei ist das Vorgehen so dreist wie durchschaubar. In Berlin instrumentaliserte die Gruppe „Hand in Hand“ den „Tag der Obdachlosen“. Gemeinsam mit den bekannten Neonazis Alexander Kurth und Jens Wilke.

Neonazistisches Bündnis „Hand in Hand“

Nachdem sich 2016 „Hand in Hand“ als ein Zusammenschluss aus mehreren Einzelpersonen und Kleingruppen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg gebildet hatte, versuchte dieses extrem rechte Bündnis in unmittelbarer Konkurrenz zu „Wir für Deutschland“ um Enrico Stubbe Aufmärsche unter ihrem Logo und dem Motto „frei, sozial und souverän“ in Berlin zu etablieren. Der Versuch scheiterte, die Demonstrationen, die über den Berliner Kurfürstendamm liefen, stießen auf kaum Resonanz. Ein hin und her an öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten untereinander folgten und nach fünf Demo-Versuchen mit zuletzt weniger als 50 Personen wurde die Demo-Reihe vorerst wieder eingestellt. Seitdem versucht der übrig gebliebene Rest dieser Kleingruppe mit der Instrumentalisierung der sozialen Frage in der Obdachlosenhilfe Fuß zu fassen, wobei hier unverholen Obdachlose gegen Geflüchtete ausgespielt werden.
Insbesondere Cordula Granzow, die ab 2016 noch die Demonstrationen von „Hand in Hand“ anmeldete, fungiert heute als Gesicht der „Bückenküche“, einem Verein, der im Kern deckungsgleich mit den Protagonisten von „Hand in Hand“ ist und sich selbst als „weder links noch rechts“ bezeichnet.

29.09.2018 Köthen: Kundgebung "Wir sind Köthen"von Thügida/Wir lieben Sachsen
Cordula Granzow in Köthen als Teilnehmerin
einer neonazitischen Demonstation von Thügida.

Am „Tag der Wohnungslosen“ baute dieses dubiose Bündnis einen Infostand vor dem Reichstag auf und versuchte, ihr Propagandamaterial und Essbares unter die Leute zu bringen. Unterstützung fand die Gruppe von den neonazistischen Daueraktivisten Alexander Kurth und Jens Wilke, die seit Neustem mit „Ungetrübt Media“ einen schlecht als Journalismus getarnten neonazistischen Propaganda-Kanal betreiben. Diese Zusammenarbeit ist nicht neu. Schon in der Vergangenheit wurde „Hand in Hand“ von Wilke und Kurth, sowie auch von deren Mitstreiter David Köckert unterstützt.

20.05.2017 Berlin: 4. Aufmarsch der Gruppe "Hand in Hand"
David Köckert auf einer neonazistischen „Hand in Hand“-
Versammlung am 20.05.2017 in Berlin

Umgekehrt beteiligte sich „Hand in Hand“ auch an Aktionen der Neonazis. Insgesamt wird hier versucht mit vielfachen Projekten und Namen, die sich gegenseitig immer wieder untereinander verlinken und erwähnen, eine breite Basis und Unterstützung vorzutäuschen. Bei näherem Hinsehen aber, gehen diese Projekte auf die immer gleichen Protagonisten zurück.

Auch nicht neu, aber dennoch erwähnenswert: Mit Ralf Maasch, einem engen Mitstreiter von Granzow, war auch ein Rathenower Stadtrat der AfD am Infostand dieses neonazistischen Bündnisses beteiligt.

Fotostrecke vom 11.09.2019: „Hand in Hand“/ „Brückenküche“ beim Tag der Wohnungslosen

11.09.2019 Berlin: Neonazis instrumentalisieren "Tag der Wohnungslosen"