Die Normalisierung der extremen Rechten: »Mein identitärer Freund Mario«

Matthias Matussek hat Geburtstag. Seine Gästeliste steht symbolisch dafür, wie weit die extreme Rechte in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

Zum Geburtstag singt Reinhold Beckmann Matthias Matussek ein Ständchen. Der Identitäre Kader Mario Müller von der »Kontrakultur Halle«, der 2012 zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde, weil er einen Antifaschisten mit einem selbstgebastelten Totschläger aus Socke und Hantelmutter angegriffen und schwer verletzt hatte, ist wie selbstverständlich lachend mit dabei.

Reinhold Beckmann singt, der Identuitäre Kader Mario Müller lauscht. Screen: FB-Seite Matthias Matussek

Slået op af Matthias Matussek i Lørdag den 9. marts 2019

Aber was solls, Matussek nennt den ehemaligen Jungen Nationalisten (JN) Mario Müller schließlich seinen „Identitären Freund Mario“ und Müllers Buch „Kontrakultur“ kann man auch ganz selbstverständlich im Buchhandel kaufen. Es wird z.B. bei Thalia als eine mitreißende Mischung „für die Jugend, die ihr Land nicht verloren geben möchte“ angeboten. Diese »Identitäre Jugendkultur« ist für den Buchhandel* nämlich keine neofaschistische Gruppierung, sondern „schillernde Vielfalt“ und „ein Muß für Aktivisten und für alle, die abseits der großen Heerstraße das geistige und identitäre Abenteuer suchen.“

Das Buch ist im Buchhandel flächendeckend zu erhalten, stellvertretend: ein Screenshot der Online-Verkaufsplattform von Thalia.

Feiern mit Neofaschisten

Die Gästeliste Matusseks zeigt wie normal es für bestimmte Kreise der bürgerlichen Mitte mittlerweile ist, mit Rechtsaußen und Neofaschisten zu feiern, wobei sich diese gleichzeitig selten zu schade sind, antifaschistisches Engagement zu diskreditieren und als das Problem beim Erstarken der Rechten darzustellen. Neben Erika Steinbach, Susanne Dagen, Dieter Stein (Junge Freiheit), der Tochter von Ulrike Meinhof Bettina Röhl, waren auch Journalisten renommierter Blätter wie Jan Fleischhauer (Spiegel), Martin U. Müller (Spiegel), Alexander Smoltczyk (Spiegel), Stephan Sattler (Fokus) mit am Feiern.

Konsequenzen? Es wird wahrscheinlich keine geben.

Quelle: FB Matussek
Quelle: FB Matussek
Quelle: FB Matussek:
Quelle: FB Matussek

Nachtrag:

Einen spannenden Thread mit noch mehr Details gibts bei Twitter von Silivo Duwe:

Pressemitteilung von »Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage«

*Das Buch ist flächendenkend im Handel zu erwerben, sowohl bei Amazon, Bücher.de, Welbild, Hugendubel, etc.

Nachtrag (15.03.2019)
Nach Hinweisen hat zumindest Thalia genau dieses Buch aus dem Online-Angebot genommen.