Anja Heussmann: Die Friedenshetzerin mit der „Love & Harmony“- Maske

Anja Heussman, stolz wie Bolle, verhöhnt sie die Opfer des NS. Quelle Facebook.

Neben etlichen ehemaligen „FriedensaktivistInnen“ ist auch die Friedenshetzerin und Antisemitin Anja Heussmann im Zuge der Corona-Proteste aus der Versenkung wieder aufgetaucht. Auf ihrem Profil posiert sie mit einem gelben Stern auf der Brust, eine widerliche Relativierung der Shoah und Verhöhnung der Opfer des NS. Bei Anja Heussmann hat das Tradition.

Eine nur unvollständige Chronik uns bekannter Vorfälle:

2014 tritt Anja Heussmann als Teil der Friedensmahnwachen an die Öffentlichkeit und gehört bald dem AK Berlin an, einer ersten offen rechten Abspaltung der Wachen, die sich gegen den Ausschluss von Jürgen Elsässer stellte und fortan eigene Mahnwachen auf dem Alexanderplatz veranstaltete. War man bei den Mährholz-Mahnwachen um eine Außenwirkung besorgt und spaltete bald schon bestimmte Themen aus strategischen Gründen ab, konnte hier jeder offen rechte Inhalte, antisemitische und rassistische Hetze, sowie die ganze Palette an Verschwörungserzählungen am offenen Mikro kundtun.

Als Teil dieser Gruppierung war Anja Heussmann neben dem heutigen Brandenburger AfD-Abgeordneten Lars Günther Mitanmelderin der Kundgebung vom 3. Oktober 2014 in Berlin, an der ReichsbürgerInnen, AntisemitInnen, RassistInnen und Neonazis teilnahmen und auftraten. Hier sprang auch Xavier Naidoo in einem T-Shirt auf die Bühne, auf dem ganz nach Art der ReichsbürgerInnen „Freiheit für Deutschland“ gefordert wurde.

2015 ging das antisemitische Querfront-Portal „Voll Normal TV“ online, für das Heussmann neben weiteren AkteurInnen der antisemitischen Friedens-Querfront als Autorin und Redakteurin firmierte. In ihrer Selbstdarstellung kokettierte sie mit dem Begriff der „Extremistin“ – eine Extremistin für Frieden, Freiheit, Liebe, gegen Rassismus und Antisemitismus wollte sie sein, und „gegen das 1%“. Dieses Bild des 1% läuft auf eine strukturell antisemitische Auffassung von Machtverhältnissen und Kontrollmechanismen hinaus, womit sie ihre Selbstdarstellung selbst konterkariert.

Quelle: Facebook

2016 war Anja Heussmann Mitanmelderin der antisemitischen Proteste gegen die Bilderberg-Konferenz in Dresden, auf denen es über mehrere Tage zu einem Miteinander von Neonazis, Afd-Personal, HolocaustleugerInnen, AntisemitInnen und Verschwörungsgläubigen aller Couleur kam.
Dokumentierende Fotostrecken der Friedensquerfront-Veranstaltungen finden sich hier und hier, sowie hier ein analysierender Bericht der gesamten Veranstaltungen vom JFDA.

Ende 2016 lud Heussmann eine Rede der Nationalsozialistin und notorischen Shoahleugnerin Ursula Haverbeck auf ihr Facebook-Profil und stilisierte sie zu einem Opfer der Zensur. Haverbeck, so Heussmann, sage lediglich die Wahrheit über „den Plan der NWO“ und analysiere das sachlich. Unter dem Beitrag kam es neben NS-Verherrlichung, antisemitischen Aussagen und Opferrhetorik, auch zur Kritik, die jedoch nicht auf eine Abgrenzung zur NS-Frau Haverbeck hinauslief, sondern die Sorge fokussierte, das Posting könnte die Außenwirkung der Mahnwachen und insbesonderer ihrer Transformation in das Festival „Pax Terra Musica“ beschädigen.

Im April 2017 ging sie mit Lovestorm-People online. Das Projekt beinhaltet eine Art eigenes Social Media-Netzwerk und ist ein selbstdeklariertes Kunstprojekt, das anhält, Herzchen mit politischen Botschaften zu gestalten, die dann zu Aufklebern, Tassen oder Beuteln werden. Häufig tragen diese Herzchen verschwörungsideologische, nationalistische, rassistische oder antisemitische Inhalte.

Entrückte Selbstwahrnehmung: Heussmanns Projekt wirbt für sich mit
„LOVEstorm people sind absolut friedliche Menschen. Sie sind für Frieden, für
Freiheit und Gerechtigkeit weltweit. Wir kommen in Frieden ❤ Wir kommen in Liebe,
Wir sind LOVEstorm people ❤“

Als im März 2017 David Rockefeller im Alter von 102 Jahren verstarb, wendete sich die „absolute NWO Gegnerin“, wie Heussmann sich selbst immer wieder bezeichnet, mit einem Video an ihre Gefolgschaft. Hier zeigte sie sich überglücklich, sprach von einem guten Tag für die Menschheit und wünschte dem Verstorbenen „eine gute Heimreise in die Hölle“.

Unter ihrem Video breitete sich der ganze antisemitische Hass aus, der unter selbsterklärten FriedensfreundInnen der Mahnwachen gepflegt wird:

„Jetzt fehlt nur noch der Rest der Bande….“,

„Möge er in der Hölle schmoren!“,

„BURN MOTHERFUCKER BURN“ oder auch

„Seine Nachfahren werden es weiterführen wollen insbesondere die Rothshilds. Die müßen alle wegsterben, damit endlich eine bessere Welt entstehen kann. So hätten die Politker keinen Boss mehr und könnten mehr für ihr Volk und gegen Kriege agieren.“

Heussmann selber kreiert zu diesem Anlass nicht nur dieses menschenverachtende Video. Neben einem Foto, das sie am Boden vor Lachen zeigt, bastelt sie auch noch exklusiv ein neues Herzchen für ihre „LoveStorm“-Reihe in dessen Mitte der Tote neben dem Teufel in der Hölle prangt. Der Text dazu: „Jetzt bekommt der Teufel Konkurrenz“

Dass Anja Heussmann sich im Zuge der Corona-Proteste nun das Schicksal von Juden und Jüdinnen im NS aneignet, zeigt lediglich ein weiteren Baustein im Abgrund der Anja Heussmann, die es wie keine Zweite fertig bringt, unter einer „Love & Harmony“-Maske, Hass und Hetze bis hin zu Vernichtungsantisemitismus zu verbreiten.