Antisemiten in der AfD: Andreas Wild

Antisemitische Kundgebung in Steglitz gegen den eingebildeten „Volkstod“ von Andreas Wild

Der Antisemit und Vorkämpfer für die Normalisierung von völkisch- antisemitischen Symbolen & Inhalten Andreas Wild ist in Berlin zum Beisitzer in den Bezirksvorstand Steglitz-Zehlendorf gewählt worden, dem Gottfried Curio vorsitzt. Curio selbst stand gerade erst für den AfD-Bundesvorstand als Nachfolger von Gauland zur Wahl.

Quelle: Instagram/Andreas Wild

Mit Wild wird erneut deutlich, wie weit sich die Grenzen des politisch Möglichen bereits verschoben haben. Noch 2017 wurde Wild wegen parteischädigen Verhaltens“ und seiner Kontakte zu Neonazis und anderen Rechten aus der AfD-Fraktion ausgeschlossen und mit einem Partei-Ausschlussverfahren belegt. Wild ist ein Akteur der AfD, der den gezielten Tabubruch zu seiner politischen Strategie gemacht hat.

Bereits Anfang 2017 fiel Andreas Wild mit einer absurden und tief völkisch-rassistischen Kundgebung auf, die das Motto „Mord im Leonorenpark“ trug. Mit „Mord“ meinte Wild tatsächlich „deutsche Bäume“, die zugunsten einer Unterkunft für Geflüchtete gefällt werden sollten. 2018 dann provozierte Wild mit einer rassistischen und im Kern antisemitischen Kundgebung „gegen einheimische Minderheitswerdung“ in Berlin-Steglitz, eine die Verschwörungserzählung vom deutschen „Volkstod“ umschreibende Plakatkampagne, die eigentlich auf den mehrmals als AfD-Stadtrat in Pankow gescheiterten Nicolas Seifert zurückgeht. Die Veranstaltung fand gezielt am Hermann Ehlers-Platz statt, einem Ort, der insbesondere auch ein Ort des Gedenkens an die Opfer Shoah ist. Als sein Mitarbeiter, der für den Auf- und Abbau zuständig war, konnte der mit den Identitären eng in Beziehung stehende Jannik Brämer beobachtet werden. Dieser hatte kurz vorher erst seinen Posten als Schatzmeister der Junge Alternative (JA) aufgeben müssen, nachdem er nach einer IB-Aktion in Berlin beinahe einen Beamten mit einem Miettransporter umgefahren hatte. Die Veranstaltung von Wild wurde damals explizit nicht von der AfD unterstützt, weshalb Wild Parteilogos abhängen ließ.

Im November desselben Jahres trat Wild mehrmals mit der blauen Kornblume am Revers auf, ein ehemaliges Symbol verschiedener völkisch-antisemitischer Vereinigungen, darunter die Schönerer Bewegung oder „Alldeutsche Vereinigung“ und Erkennungszeichen von Nazis. Er trug das Symbol nicht nur zur Gedenkstunde zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht im Abgeordnetenhaus, er provozierte damit im Anschluss auch am Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Quelle: Oliver Feldhaus

Ende November dann empfing Andreas Wild den völkischen Antisemiten mit Vorliebe für Shoahleugner und NS-Propaganda Nikolai Nerling in seinem Abgeordneten-Büro. Mit ihm drehte er ein Video, in dem es auch um die auch von Nerling gern getragene Kornblume ging. Das Video mit dem erst kürzlich wegen Volksverhetzung verurteilten Nerling, ist immer noch im Netz aufzurufen.

Quelle: Youtube via @Chronik_ge_Re

Erinnert sei bei der Gelegenheit auch an die neonazistische Demonstration des rassistischen Vereins „Zukunft Heimat“ um den Brandenburger Afd-MdL Christoph Berndt in Köthen. Hier marschierte ein breites Spektrum an Neonazis, darunter Hooligans, Die Rechte-Kader, IBler und auch Holocaustleugner, Seite an Seite neben selbsternannten „Neuen Rechten“ und Afdlern mit. Unter ihnen war auch Andreas Wild.