„Rassenkunde“ mit Ken Jebsen

Ken Jebsen leugnet mit etymologischen Tricksereien was Antisemitismus ist und erklärt gleichzeitig „eine Menge Juden“ zu Antisemiten.

»Ich kenne eine Menge Antisemiten, dass sind Juden, die haben was gegen arabische Semiten.[…] Semiten sind eine […] Rasse.« Ken Jebsen

So ganz neu sind diese »Gedankengänge« nicht. 1943 beschloss man in Berlin nicht mehr von »Semiten« zu reden, weil sich die arabischen Allierten des deutschen Reiches angegriffen fühlen könnten:

»Beim Besuch des Großmufti beim Reichsleiter Rosenberg versprach dieser, an die Presse einen Hinweis zu geben, wonach in Zukunft die Bezeichnung »Antisemitismus« zu unterbleiben hat. Mit der Verwendung dieses Wortes wird immer die arabische Welt getroffen, die nach Aussagen des Großmufti überwiegend deutschfreundlich ist. Das feindliche Ausland benutzt den Hinweis, daß wir mit dem Wort „Antisemitismus“ arbeiten und damit auch bekunden wollen, daß wir die Araber mit den Juden in einen Topf werfen.«
Quelle: Hans Hagemeyer: Antisemitismus. Die Benutzung des Begriffs hat zu unterbleiben, Aktennotiz für Dr. Koeppen, 17. Mai 1943. z.n.

»Gerade in den letzten zwei Jahren ist immer wieder zu beobachten, wie der Antisemitismus durch die Verbannung des Begriffs unsichtbar gemacht werden soll. Es sei kein Antisemitismus, heißt es, wenn der Zionismus und Israel kritisiert würden. Dass sich jedoch in dieser Kritik alle alten Stereotype wieder finden, spielt keine Rolle. Es ist überhaupt in diesem Zusammenhang üblich geworden, statt Jude lieber Zionist zu sagen. Die »zionistische Weltverschwörung« klingt gewiss moderner als die »jüdische« und doch bleibt es Antisemitismus. Der Nahost Konflikt ist inzwischen zur weltweiten Projektionsfläche für all jene geworden, die ohnehin meinen, dass Juden stur und rachsüchtig seien, kleine Kinder schlachten, eine globale Intrige spinnen und die Armen und Unterdrückten auf zynische Weise zum Terror zwingen. Und obwohl die Medien Tag für Tag äußerst kritisch die Politik Israels kommentieren, schwebt über allem die Unterstellung, man dürfe Israel nicht kritisieren – gerade so, als gäbe es doch eine unsichtbare Macht, die dies zu verhindern trachtet. Das aber sind die alten Bilder. Doch nennt man sie heute beim Namen, als das was sie sind – Antisemitismus – schlägt einem eine Welle der Empörung entgegen. Die Analogie zwischen Israel und dem »ewig Jüdischen« entspricht nicht der Realität, sondern projiziert in die nahöstliche Ferne, was sich direkt nicht mehr offen aussprechen lässt.
[…]
Dass jedoch Antisemitismus auch ein grundsätzliches Menschenbild ist, wollen die Kategorisierer nicht hören. Sie wollen nicht wissen, dass Antisemitismus eine ewige Methode ist, sich aller Widersprüchlichkeiten zu entledigen, eine Art Menschen zu dämonisieren und Entwicklungen in der Welt den Juden als Verschwörung anzudichten – kurz: eine Theorie der Welterklärung, die durch alle Zeiten funktioniert hat und deren Funktionieren auch heute nichts im Wege steht. Sie bestreiten einfach, dass es so ist. Antisemitismus sei ein Kampfbegriff, sagen einige und andere meinen, man solle doch lieber Judenfeindschaft sagen, wenn es so was denn gibt, denn schließlich wären die Araber auch Semiten. Sogar ein bekanntes Internetlexikon hat den Begriff einfach gelöscht. Natürlich will niemand Antisemit genannt werden, auch wenn er die Stereotypen gern weiter benutzen möchte.«
Quelle:
www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/41816/antisemitismus